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Google Drive zu SharePoint & OneDrive migrieren: Leitfaden

Dateien von Google Drive nach OneDrive und SharePoint zu bringen, ist mehr als ein Kopiervorgang: Google-Dokumente müssen in Office-Formate umgewandelt werden, geteilte Ablagen brauchen ein Gegenstück in SharePoint, und Microsoft stellt eigene Regeln für Dateinamen und Pfade auf. Dieser Leitfaden zeigt die Zuordnung, die Fallstricke und den Ablauf.

Illustration: Ein geteilter Ordner mit Farbpunkten gleitet mit verbundenen Berechtigungslinien in eine Dokumentenbibliothek

Die Zuordnung: Was wird wohin migriert?

Google Drive und Microsoft 365 organisieren Dateien unterschiedlich. Vor der Migration muss klar sein, welcher Bereich wohin kommt:

  • „Meine Ablage" eines Nutzers → OneDrive desselben Nutzers, mit kompletter Ordnerstruktur. Das ist der Standardfall und mit dem Baustein „Persönliche Dateien" abgedeckt.
  • Geteilte Ablage → SharePoint-Dokumentbibliothek. Jede geteilte Ablage bekommt in der Regel eine eigene SharePoint-Site (oder ein Team in Microsoft Teams, dessen Dateien ebenfalls in SharePoint liegen). Mitglieder der Ablage werden Mitglieder der Site.
  • „Für mich freigegeben" ist keine eigene Ablage, sondern eine Ansicht fremder Dateien. Diese Dateien werden mit dem Drive ihres Besitzers migriert; der Zugriff ergibt sich aus den übertragenen Freigaben.
  • Verknüpfungen in Google Drive zeigen auf Dateien an anderer Stelle. Sie werden nicht als Kopie übertragen, die Zieldatei liegt dort, wo ihr Original hinmigriert wird.

Diese Zuordnung legen wir mit Ihnen in der Erstanalyse fest. Unsere Software liest dafür den Bestand aus: Nutzer, Ablagen, Datenmengen, Dateitypen und Freigaben. Die Zuordnung ist auch die Basis für den Festpreis.

Google Docs, Tabellen und Präsentationen werden konvertiert

Dateien in Google-eigenen Formaten (Docs, Tabellen, Präsentationen, Zeichnungen) existieren nicht als klassische Dateien, sondern nur innerhalb von Google Drive. Beim Export werden sie in Office-Formate umgewandelt: Docs zu .docx, Tabellen zu .xlsx, Präsentationen zu .pptx. Genau so übertragen wir sie nach OneDrive und SharePoint, wo sie in Word, Excel und PowerPoint geöffnet und weiterbearbeitet werden.

Diese Umwandlung ist gut, aber nicht perfekt. Erfahrungsgemäß sollten Sie mit Abweichungen rechnen bei:

  • komplexen Formeln in Tabellen, insbesondere Google-spezifischen Funktionen, die Excel nicht kennt;
  • Skripten (Apps Script) und Add-ons, die nicht mitkommen;
  • Kommentaren und Vorschlägen, die je nach Format anders dargestellt werden;
  • aufwendigen Layouts, Schriften und eingebetteten Objekten in Präsentationen;
  • Google Formulare, Sites und Jamboards, für die es kein Office-Gegenstück gibt. Sie müssen neu gebaut oder archiviert werden.

Office-Dateien, PDFs, Bilder und alle anderen „echten" Dateien werden unverändert übertragen. Die Testmigration mit ein paar repräsentativen Ordnern zeigt Ihnen vorab, wie Ihre Dokumente nach der Konvertierung aussehen.

Freigaben, Links und Berechtigungen

Freigaben auf Datei- und Ordnerebene werden mitgenommen, sofern die berechtigten Personen im Ziel-Tenant existieren. Das gilt auch für Freigabelinks. Was nicht automatisch funktioniert:

  • Bestehende Google-Links in E-Mails, Chats und Dokumenten zeigen weiter auf Google Drive. Nach der Migration führen sie ins Leere, sobald Google abgeschaltet wird. Wichtige Links müssen neu verteilt werden.
  • Berechtigungen auf SharePoint-Site- und Bibliotheksebene werden nicht automatisch gesetzt. Wer eine Site sehen darf, legen Sie fest; wir setzen die Mitgliedschaften nach Ihrer Vorgabe.
  • Externe Freigaben an Personen ohne Konto im Ziel-Tenant brauchen in Microsoft 365 passende Einstellungen für Gastzugriff. Das klären wir vorab, damit nach dem Umzug kein Kunde vor verschlossener Tür steht.
  • Verwaiste Dateien ehemaliger Mitarbeiter, deren Google-Konto noch existiert, brauchen einen neuen Besitzer. Die Discovery-Analyse findet sie.

Pfadlängen, Sonderzeichen und Dateinamen

SharePoint und OneDrive sind strenger als Google Drive. Bekannte Problemfälle:

  • Bestimmte Sonderzeichen in Datei- und Ordnernamen sind in SharePoint nicht erlaubt, zum Beispiel Doppelpunkt, Fragezeichen, Anführungszeichen, Sternchen und spitze Klammern. In Google Drive sind sie zulässig. Betroffene Namen werden bei der Migration nach einer festen Regel umbenannt und im Bericht aufgeführt.
  • Sehr lange Pfade (tief verschachtelte Ordner mit langen Namen) können die Grenze überschreiten, die SharePoint für die gesamte Adresse einer Datei setzt. Die Discovery-Analyse zeigt vorab, welche Pfade betroffen sind, damit die Struktur vorher verschlankt werden kann.
  • Google Drive erlaubt mehrere Dateien mit identischem Namen im selben Ordner, SharePoint nicht. Duplikate werden bei der Migration eindeutig benannt.
  • Namen mit Punkt am Ende, führenden oder abschließenden Leerzeichen und bestimmte reservierte Namen werden von SharePoint abgewiesen und ebenfalls bereinigt.
  • Sehr große Einzeldateien und sehr große Datenmengen beeinflussen den Zeitplan: Microsoft drosselt massenhafte Uploads, unsere Software passt das Tempo an, statt Fehler zu produzieren.

Versionen und Metadaten

Google Drive führt einen Versionsverlauf je Datei. Dieser Versionsverlauf wird bei der Migration mit übernommen und in die Versionierung von OneDrive bzw. SharePoint übersetzt; Google-native Dokumente werden dabei automatisch als Office-Dateien abgelegt. Erstellungs- und Änderungsdatum sowie der ursprüngliche Autor bleiben, soweit das Zielsystem das zulässt, erhalten. Wenn der Versionsverlauf bestimmter Dokumente für Sie besonders wichtig ist (Verträge, Nachweise), nennen Sie sie in der Erstanalyse, dann prüfen wir sie in der Testmigration gezielt.

Der Ablauf

  1. Discovery: Nutzer, Ablagen, Datenvolumen, Google-native Dateien, Freigaben, Problemnamen und verwaiste Dateien erfassen.
  2. Zielstruktur festlegen: Welche geteilte Ablage wird welche SharePoint-Site oder welches Team, wer wird Mitglied, welche Sites werden nur archiviert?
  3. Testmigration: Ausgewählte Ordner mit typischen Dateien übertragen und die Konvertierung von Docs, Tabellen und Präsentationen prüfen.
  4. Vorab-Migration: Den Bestand im Hintergrund kopieren, während alle in Google Drive weiterarbeiten. In der Quelle wird nichts verändert.
  5. Stichtag und Delta-Sync: Ab dem Stichtag arbeiten alle in OneDrive und SharePoint; ein Delta-Sync holt, was seit der Vorab-Migration neu oder geändert ist. Google Drive wird für die Nutzer schreibgeschützt oder zumindest als „nicht mehr benutzen" kommuniziert.
  6. Validierung und Abschlussbericht: Jede Datei wird gegen die Quelle geprüft; umbenannte, konvertierte und abgewiesene Objekte werden mit Grund aufgeführt.

Wird die Dateimigration mit dem Postfach-Umzug kombiniert, läuft sie im selben Projekt mit; die Reihenfolge der Phasen ist auf der Seite Ablauf einer Migration beschrieben, den Gesamtumzug behandelt der Ratgeber Google Workspace zu Microsoft 365 migrieren.

Typische Stolperfallen

  • Geteilte Ablagen 1:1 nachbauen: Eine über Jahre gewachsene Ablage mit 40 Unterordnern muss in SharePoint nicht eine Bibliothek werden. Oft ist es der richtige Moment, Struktur und Berechtigungen zu entrümpeln.
  • Speicherkontingente: Google-native Dateien belegen in Drive kaum Platz, in SharePoint nach der Konvertierung schon. Die Discovery-Zahlen zeigen die reale Zielgröße.
  • Synchronisations-Clients: Google Drive für Desktop auf den Rechnern sollte am Stichtag deaktiviert werden, sonst arbeiten manche Nutzer unbemerkt weiter in der alten Welt.
  • Links in Prozessen: Intranet-Seiten, Vorlagen und Automatisierungen, die auf Drive-Links zeigen, vorher inventarisieren.

DSGVO: Dateien enthalten oft die sensibelsten Daten

Personalakten, Verträge, Gesundheitsdaten: In Dateiablagen liegt häufig mehr Schützenswertes als in Postfächern. Umso wichtiger ist, über welche Infrastruktur die Migration läuft. Migravault überträgt ausschließlich über eigene Server in Deutschland und der EU, mit eigener Software, ohne Drittanbieter-Dienste; ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO ist auf Wunsch Teil des Auftrags. Was Sie darüber hinaus dokumentieren sollten, fasst der Ratgeber DSGVO-konforme Cloud-Migration zusammen (keine Rechtsberatung).

Was kostet die Migration von Google Drive nach OneDrive und SharePoint?

Persönliche Dateien von „Meine Ablage" nach OneDrive kosten 19 € je Nutzer, bis 50 GB je Nutzer inklusive, dazu 200 € Projektpauschale. 40 Nutzer ergeben 40 × 19 € = 760 € plus 200 €, also 960 € netto. Ab 50 Nutzern sinkt die Nutzer-Summe um 10 %, ab 100 um 15 %. Geteilte Ablagen nach SharePoint sind ein Sonderposten, den wir nach der Discovery-Analyse auf Basis von Anzahl, Datenmenge und Freigaben kalkulieren. Microsoft-365-Lizenzen sind nicht enthalten. Rechnen Sie Ihre Konfiguration im Preisrechner mit vorausgewählter Quelle Google Workspace; die Preislogik erklärt der Ratgeber Was kostet eine E-Mail- oder Cloud-Migration?.

Selbst machen oder beauftragen?

Microsoft bietet eigene Werkzeuge für den Import aus Google Drive. Für ein kleines Team mit wenigen Ablagen und ohne externe Freigaben kann das reichen. Sobald geteilte Ablagen, Hunderte Google-native Dokumente, externe Partner und Problemnamen zusammenkommen, lohnt sich eine begleitete Migration: mit Discovery, Testmigration, Delta-Sync und einem Abschlussbericht, der jede umbenannte oder konvertierte Datei nennt. Was dazugehört, steht auf den Seiten Cloud-Speicher-Migration und Microsoft-365-Migration. Wer andere Quellen hat, findet die Gegenstücke unter Dropbox zu OneDrive migrieren und Nextcloud zu Microsoft 365 migrieren.

Häufige Fragen

Was passiert mit Google Docs, Tabellen und Präsentationen bei der Migration?

Sie werden beim Export in Office-Formate umgewandelt: Docs zu .docx, Tabellen zu .xlsx, Präsentationen zu .pptx. In Word, Excel und PowerPoint sind sie dann normal bearbeitbar. Bei komplexen Formeln, Skripten und aufwendigen Layouts kann es zu Abweichungen kommen; die Testmigration zeigt das vorab an Ihren eigenen Dokumenten.

Wohin kommen geteilte Ablagen in Microsoft 365?

In der Regel wird jede geteilte Ablage zu einer SharePoint-Dokumentbibliothek, meist in einer eigenen Site oder einem Team. Die Mitglieder der Ablage werden Mitglieder der Site. Berechtigungen auf Site-Ebene setzen wir nach Ihrer Vorgabe, sie werden nicht automatisch aus Google übernommen.

Bleiben Freigaben und Freigabelinks erhalten?

Freigaben auf Datei- und Ordnerebene werden übertragen, wenn die berechtigten Personen im Ziel-Tenant existieren, Freigabelinks ebenfalls. Alte Google-Links in E-Mails und Dokumenten führen nach der Abschaltung von Google aber ins Leere und müssen neu verteilt werden. Externe Freigaben brauchen Gasteinstellungen in Microsoft 365.

Was ist mit Dateinamen, die SharePoint nicht akzeptiert?

Bestimmte Sonderzeichen, sehr lange Pfade, doppelte Namen im selben Ordner und Namen mit Leerzeichen am Ende sind in SharePoint nicht zulässig. Betroffene Dateien werden nach einer festen Regel umbenannt und im Abschlussbericht aufgeführt. Die Discovery-Analyse zeigt die Fälle vorab, damit Sie die Struktur vorher bereinigen können.

Was kostet die Migration von Google Drive nach OneDrive?

Persönliche Dateien kosten 19 € je Nutzer bis 50 GB, dazu 200 € Projektpauschale. 40 Nutzer sind 960 € netto. Ab 50 Nutzern gibt es 10 % Rabatt auf die Nutzer-Summe, ab 100 15 %. Geteilte Ablagen nach SharePoint kalkulieren wir nach der Discovery-Analyse. Lizenzen sind nicht enthalten.

Quellen & weiterführende Dokumentation

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